@Tingel Tangel Bob
Das wäre meiner Meinung nach ein wirklich sehr gewagter Schritt da man auch nicht weiß wie ordentlich programmiert / dokumentiert wurde. Alleine für eine umfangreiche Aufnahme aller Prozesse haben wir eine 5 stellige Summe gezahlt, leider wurde das Projekt mehrfach an andere Leute übergeben und mitlerweile bin ich der einzigste der das Dokument / Pflichtenheft kennt. Ich habe diese Punkte mehrfach angesprochen aber der Geschäftsführer von dem Softwarehaus nickt dabei nur angenervt und berichtet dann von der Aufstockung von Support, neuen Leistungen usw.
Als "Kunde" ist es hier nicht leicht einfach abzuspringen.
Bei uns ist es mitlerweile so weit das die Benutzer neue Vorzüge vergessen und sich das alte System zurückwünschen.
Sicherlich sind wir immernoch in der Anfangsphase aber wir schieben immer ca. 50 offene Punkte vor uns her die nicht oder extrem langsam abgearbeitet werden. Die Mitarbeiter merken das nichts passiert und resignieren somit innerlich.
WieMa hat geschrieben:Die Prozessabläufe sollten eigentlich vor Einführung einer ERP-Lösung geklärt sein und nicht erst nach 1,5 Jahren.
Ich habe geschrieben, dass immernoch viele Programmfehler auftauchen und das Programm von Abläufen ausgeht, die in der Praxis nicht zu handhaben sind.
Anstatt unsere Einwände ernst zu nehmen und gemeinsam Lösungen zu suchen werden wir erstmal damit konfrontiert das dies so Standard sei.
Die Mitarbeiter können sich garnicht in den Prozess eindenken, da sie wohl selbst nie operativ tätig waren.
Liegt das am Partner oder am eigenen Unternehmen?
Da unser Unternehmen keine Navision-Programmierer beschäftigt, natürlich am Partner. Dieser schickt "Projektleiter" in unser Haus um Anforderungen zu besprechen. Wenn diese dann nur genervt nicken und alles mit "ja kein Problem" oder "ist im Standard" absegnen, gehe ich davon aus das dies der Wahrheit entspricht.
Zum Glück wurden diese Punkte dennoch von uns dokumentiert und wir können den Software Haus die Stellen zitieren, mir wäre das peinlich.
WieMa hat geschrieben:Glaubst Du im Ernst, dass das eine Partnerfirma glücklich macht?
Dies habe ich vielleicht zu emotional ausgedrückt, letztendlich ist es weder Freud noch leid, denen ist es "egal" solange sich keiner von uns dort meldet. Selbst auf Fehlfunktionen wird nicht schneller reagiert wenn ich die Folgen für unser Unternehmen schildere.
Bei der 4. Anfrage erhält man dann ein Ticket. Sorry, dass ist falsch verstandenes Qualitätsmanagement.
WieMa hat geschrieben:Kannst Du Dir auch vorstellen, dass die Partnerfirma irgendwann keine Lust mehr hat? Wenn man zuvor Prozesse und Abläufe mit dem Kunden (Hans) klärt, diese wie vereinbart umsetzt und dann 3 Wochen später erklärt bekommt (von Hänschen), dass eigentlich alles ganz anders ist. Und das zum Xten Mal.

Die Anforderungen wurden entweder garnicht oder falsch umgesetzt. Im letzteren Fall wurde oft zu simpel programmiert und damit in späteren Abläufen Probleme geschaffen, der Punkt wurde abgehakt aber an Folgen für das Unternehmen denkt kein Programmierer. Ist für ihn sicherlich auch schwierig, für uns aber noch viel mehr da wir den Code weder lesen, noch verstehen können.
Wenn wir Funktionen beanstanden kann dies nur mit einem Beispiel bearbeitet werden.
Wenn ich eine extrem verschachtelte Excel-Formel habe, die ein falsches Ergebnis ausgibt, gehe ich Schritt für Schritt die einzelnen Berechnungen durch und suche Fehler und bügel nicht drüber nur um auf das richtige Ergebnis zu kommen.
Wenn ein Kleinkind 2+2 = 3 rechnet, sagt man ihm auch nicht das man am Ende immernoch mal 1 addieren muss.
Diesen Eindruck habe ich, es werden nur Wege gesucht die Fehleranfrage schnell zu beheben, keiner will etwas nachvolziehen oder für die Zukunft verbessern.
WieMa hat geschrieben:Frag mal einen Programmiere nach seiner Motivation der beispielsweise einen Report (z. B. Rechnung) zum sechsten mal ändert, wo bei die Gestaltung immer zuvor mit dem Kunden besprochen wurde.
Da ich selber programmiere kann ich mir vorstellen wie unangenehm das ist. Nun stell Du Dir aber folgendes vor: Wir geben einen Vordruck für das Layout heraus und erhalten ein Objekt zum einlesen. Ich schaue es mir an und finde direkt 4 Abweichungen. Dann informiere ich den Programmierer, der leider bei einem anderen Kunden ist und erst nächste Woche wieder im Haus ist.. ich erhalte ein neues Objekt, es wurden nur 2 der 4 Fehler beseitigt, dafür gibt es einen neuen... ebenso passt das Seitenlayout nicht weil der Programmierer das für seinen Drucker angepasst hat.
Auf meine Nachfrage was mit den anderen beiden Abweichungen ist erhalte ich die Antwort "ist nicht möglich".
WieMa hat geschrieben:Ihr solltet zuerst einmal genau klären wie die Prozesse aussehen und wie diese in der Software abgebildet werden sollten (eine Art Pflichtenheft).
Das haben wir alles gemacht, lange vor Projektbeginn und gemeinsam mit den Projektleitern gesprochen und dokumentiert.